Robert Brasillach

Robert Brasillach (1909–1945) war Literatur- und Filmkritiker, Chefredakteur der Zeitschrift Je suis partout sowie vielfacher Romanautor. Als Bewunderer und Schüler Charles Maurras’ war der Absolvent der renommierten École normale supérieure (ENS) zunächst im Umfeld der royalistischen Action Française aktiv. Wie viele Intellektuelle seiner Generation zeigte sich Brasillach jedoch zunehmend von der dynamischen und vitalen Inszenierung des Faschismus beeindruckt.

In den folgenden Jahren wurde der junge Romancier aus französisch-katalanischem Elternhaus, der an seiner idealtypischen Version eines paneuropäischen fascisme immense et rouge arbeitete, zu einem der bekanntesten Autoren der radikalen Rechten, nach 1940 sogar zu einem der prominenten Kollaborateure Frankreichs. 1945, im Zuge der Libération, wurde Brasillach der Prozess gemacht. Gnadengesuche von bedeutenden Schriftstellern, darunter Albert Camus und Paul Valéry, lehnte Charles de Gaulle ab. Am 19. Januar folgte die Verurteilung Brasillachs – nach nur sechs Stunden »Verhandlung«. Schon am 6. Februar 1945 wurde er hingerichtet.

Heute wird Brasillach – wie Drieu, Céline und weitere ehedem Verfemte – wieder entdeckt, und zwar, je nach Gusto, als Literatur- und Filmkritiker, als Poet, als Chronist eines untergegangenen Zeitalters oder aber, spezifischer, des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939). Er berichtete wiederholt von den Kriegsschauplätzen und publizierte verschiedene Werke. Der Jungeuropa Verlag besorgte die deutsche Erstübersetzung seiner gemeinsam mit Henri Massis verfassten Novelle Die Kadetten des Alcázar.